Nachricht vom 29.06.2012
Leitartikel des Weggefährten Juli und August 2012
drucken Lieber Leser des Pfarrbriefes,unser Jugendheim an der Peter und Paul Straße besteht nunmehr seit 50 Jahren. Grund genug, einmal in groben Zügen Rückblick zu halten und gleichzeitig das heutigeGeschehen in diesem Hause in den Blickpunkt zu nehmen.
Im Jahre 1962 hatten die Entscheidungsträger der Pfarrgemeinde, - das war der Kirchenvorstand mit seinem Vorsitzenden Herrn Dechant Heinrich Kirschbaum - das neu errichtete Haus der Jugend zur Verfügung gestellt.
Auf die Errichtung des Hauses als ein Pfarrheim wurde bewusst verzichtet und so konnte sich die Jugendarbeit, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr stark verbandsgebunden und pfarrlich ausgerichtet war, öffnen und in die Zukunft orientieren. Bereits von erster Stunde an richtete sich somit der Schwerpunkt der Jugendarbeit in unserer Pfarre aber auch über die Pfarrgrenzen hinaus an die Jugendlichen, die sich gar nicht oder nur zeitweise von bestimmten Projekten angesprochen fühlten. Das Bemühen vieler ehrenamtlich tätiger Erwachsenen in unserem Hause
wandte sich diesen Jugendlichen zu. Zwei Schwerpunkte möchte ich hier nennen:
• Erinnert sei an das Schülercafe, das von vielen Müttern und Vätern aus unserer Pfarre betreut wurde. Während der Öffnungszeiten konnten vor allem die Schüler des städt.
Gymnasiums ihre Freistunden sinnvoll verbringen. Den kommerziellen „Jugendcafes“ in der Stadt – besonders in der Schnellengasse - wurde somit eine naheliegende und nicht am
Gewinn orientierte Alternative entgegen gesetzt. Bis heute wird das Schülercafe gut angenommen und erfreut sich großer Beliebtheit
• In der ersten nicht kommerziellen Disco in der Stadt boten wir in unserem Hause den Jugendlichen aktuelle Musik an. Die Raumkapazität war regelmäßig vollständig ausgelastet.
Nicht nur einmal musste die Disco wegen Überfüllung geschlossen werden.
Rückgrat in dieser Zeit, in dem keine hauptamtliche pädagogische Kraft für diese u.a. Angebote zur Verfügung stand, waren die jeweiligen Hausmeister und viele ehrenamtlich tätigen, erwachsene Pfarrangehörige. Ihnen sei an dieser Stelle für ihre Arbeit Dank gesagt.
Durch nachhaltige Verhandlungen mit Bistum und Kommune konnte der damalige Kaplan an Peter und Paul, Herr Dr. Vienken, erreichen, dass eine hauptamtliche pädagogische Kraft eingestellt werden konnte. Dies bedeutete einen Einschnitt für die Arbeit im Haus, denn mit ihrer Hilfe wurde das Angebot für die Jugendlichen erheblich ausgeweitet. Seit vielen Jahren ist nun schon Herr Frank Berndt als Leiter unserer Einrichtung tätig. Unter seiner Leitung ist die Arbeit des Kinder- und Jugendzentrum St. Peter u. Paul noch vielfältiger und vielseitiger geworden und hat sich den Anforderungen moderner Jugendarbeit in der Stadt Eschweiler angepasst.
Haben Sie schon einmal einen Blick in das Programmheft geworfen? Darin finden Sie Angebote z.B. im Computerraum und Internet, Musikangebote aktuell und zeitlos, über 70 Brettspiele, Tischtennis, Carrom, Billard, Küche zur eigenen Nutzung, offene Jugendberatung bei schulischen oder persönlichen Problemen, Raum zum Abschalten, Durchatmen, Relaxen, und vieles andere mehr.
Seit Jahren identifizieren und engagieren sich viele Jugendliche ehrenamtlich im Kinder- und Jugendzentrum St. Peter u. Paul. Sie nehmen teil an der Mitbestimmung und Verantwortung von Kindern und Jugendlichen in der kirchlichen Jugendarbeit. In den letzten 17 Jahren waren über 160 Jugendliche regelmäßig engagiert. Das durchschnittliche Engagement beträgt inzwischen mehr als 3 Jahre. Diese zielstrebige Arbeit wurde u.a. durch Verleihung des Preises JugendPlus 2007 durch den Bürgermeister der Stadt Eschweiler gewürdigt.
Sie können sich sicher vorstellen, dass es in Zeiten finanzieller Engpässe immer problematischer wird, ein solches Haus zu tragen. Öffentliche Hand und Bistum können aus bekannten Gründen kaum noch die Ausweitung von Zuschüssen für die Jugendarbeit sicherstellen. Die Pfarrgemeinde St. Peter u. Paul mit ihrem derzeitigen Kirchenvorstand achtet und schätzt die hervorragende Arbeit, die in Kinder- und Jugendzentrum der Kath. Pfarrgemeinde geleistet wird, und trägt die durch den Kirchenvorstand vor 50 Jahren getroffene Gründungsentscheidung immer noch mit.
In diesem Jahr wurde ein gemeinnütziger Förderverein gegründet, der helfen soll, die finanzielle Belastung neben dem Engagement der Pfarre auf mehrere kleine und große Schultern zu verteilen. Für alle, die wertvolle und qualitativ hochwertige Jugendarbeit unterstützen wollen, steht die Mitgliedschaft offen. Spenden sind herzlich willkommen.
Allen ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen der Vergangenheit und der Gegenwart danke ich als langjährige Begleiter, Mitglied des Kirchenvorstandes und langjähriger Rendant für die geleistete Arbeit und wünsche dem Kinder- und Jugendzentrum weiterhin viel engagierten Zuspruch.
Ich wünsche mir, dass wir diesem "für" einen Ausdruck und ein Gesicht geben.
Eschweiler, im Juni 2012
Manfred Esser




